LINUX als MAILSERVER

Grundsätzliches zum Serverbetrieb Konfiguration von Sendmail
Bestandteile einer E-Mail-Adresse Anlegen der Benutzer
DOMÄNEN-Antrag Einstellungen beim Mailclient

Grundsätzliches zum Serverbetrieb

Da der Linux-PC der Standardkonfiguration für NÖ permanenten Internetanschluss besitzt, kann er für Internet-Serverdienste verwendet werden.
Beachten Sie: Wenn Sie diesen Rechner als Internet-Server (egal ob WEB-, MAIL-, oder FTP-Server) verwenden, sollten sie diesen Rechner permanent eingeschaltet haben. Vor allem beim Betrieb als Mailserver ist dies unbedingt notwendig, da sonst alle, die ihnen Mails senden, Fehlermeldungen erhalten.

DOMÄNEN-Antrag

Jede Schule kann über den Landesschulrat (Hr. Wirlach) einen Domännamen beantragen. Wählt sich eine Schule z.B. die Bezeichnung brg-wrn, dann ist der vollständige Domänname der Schule brg-wrn.ac.at. Die Rechner mit einer offiziellen IP-Adresse (im Regelfall ist dies nur der Linuxrechner) können via Internet auch angesprochen werden. Um nicht z.B. bei Webzugriffen in der Form http://193.170.207.130 auf Webserver zugreifen zu müssen, existiert das DomainNameSystem (DNS), welches ein Ansprechen der Rechner mit Namen ermöglicht. Der DNS-Server übersetzt dann diesen Namen in die dazugehörige IP-Adresse. (Die Wartung dieser Datenbank für NÖ macht Hr. Wirlach am LSR für NÖ). Falls sie also beabsichtigen einen eigenen Server zu betreiben (ganz egal ob Mail-, Ftp-, oder Webserver) sollten sie in jedem Fall unter http://www.asn-noe.ac.at/support/domain.html einen Antrag auf eine eigene Domänbezeichnung stellen.
Für den Linuxrechner sind als Standard folgende Bezeichnungen vorgesehen: ( IP-Net = Basis (Netz) Adresse der Schule)

IP-Net+5:    www
IP-Net+4:    mail
IP-Net+3:    ftp
sowie ein mx-Eintrag im DNS-Service für die entsprechende Domäne auf den Namen mail.DOMÄNE.ac.at (wobei DOMÄNE stellvertretend für die von ihnen gewählte Schulbezeichnung steht.). Die Bedeutung dieses mx-Eintrages wird im nächsten Ansatz erklärt.

Bestandteile einer E-Mail-Adresse

Eine E-Mail-Adresse besteht grundsätzlich aus 2 Teilen, der Benutzerkennung und einem gültigen Internetnamen für einen Rechner. Diese beiden Teile werden durch das Zeichen @ getrennt. Wenn ihr Linuxrechner z.B. den Internetnamen mail.DOMÄNE.ac.at (wobei DOMÄNE für die Domänbezeichnung ihrer Schule steht) hat und sie auf diesem Rechner (z.B. mit YAST) einen Benutzer mit Namen Kurt anlegen, hat dieser Benutzer automatisch die (weltweit gültige) E-Mail-Adresse kurt@mail.DOMÄNE.ac.at. Da ihr Rechner mit 3 Namen konfiguriert ist (www, mail, ftp) kann dieser Benutzer auch Mails auf kurt@www.DOMÄNE.ac.at und kurt@ftp.DOMÄNE.ac.at empfangen. Die Domänbezeichnung selbst ist eigentlich keine Adresse für einen Rechner. Damit (einfachere) E-Mail-Adressen wie kurt@DOMÄNE.ac.at möglich sind, wird ein Mailexchange (MX) Eintrag für DOMÄNE.ac.at gemacht, der definiert, welcher Rechner die Domänmails erhalten soll. Damit dies auch funktioniert, sind für das Programm SENDMAIL am Linuxrechner noch einige einfache Konfigurationsarbeiten notwendig.

Konfiguration von Sendmail:

(Die notwendigen Anpassungen beziehen sich auf SUSE 6.0. In älteren (oder anderen) Distributionen muss Sendmail eventuell durch Bearbeiten der Konfigurationsdatei /etc/sendmail.cf für den Empfang von Domainmails konfiguriert werden)

Aktivieren einer passenden Konfigurationsdatei für Sendmail: (sollte in der Standardlösung bereits durchgeführt sein)

Loggen sie sich am Linuxrechner als root-Benutzer ein und starten sie yast.
Administration des Systems  -> Netzwerk konfigurieren -> Sendmail konfigurieren ->
Anschluss ans Netz mit Zugriff auf Nameserver

Einstellen der Rechnernamen (Sendmail akzeptiert normalerweise nur Mails auf den primären Namen des Rechners (www)

Loggen sie sich am Linuxrechner als root-Benutzer ein und starten sie yast.
Administration des Systems  -> Konfigurationsdatei verändern
In dieser Konfigurationsdatei (/etc/rc.config) finden sie einen Eintrag mit dem Namen SENDMAIL_LOCALHOST. In diese Systemvariable sollten alle Namen (mit Leerstellen getrennt) eingetragen werden, für die Mails empfangen werden.
z.B: www.DOMÄNE.ac.at   mail.DOMÄNE.ac.at    DOMÄNE.ac.at 

Nach diesen Änderungen beenden sie yast und starten sie den Rechner neu

Kontrollieren Sie bitte regelmäßig, ob es unter der Adresse http://www.suse.de Sicherheitsupdates für das Programm sendmail gibt!

Anlegen der Benutzer

Zu einer vollständigen E-Mail-Adresse muss nun noch ein gültiger Benutzer am Linuxrechner angelegt werden. Um bei dem Beispiel kurt@DOMÄNE.ac.at zu bleiben, wird über
yast->Administration des Systems ->Benutzerverwaltung
ein entsprechender Benutzer angelegt. (Bei installierter KDE-Oberfläche kann als Alternative zu yast auch aus der Systemgruppe der Benutzermanager verwendet werden).

In der Eingabemaske für einen neuen Benutzer wird z.B. der neue Benutzername "kurt" eingegeben. Damit werden einige Standardeinstellungen automatisch in die nächsten Eingabefelder übernommen. Soll dieser neue Benutzer nicht nur Mails empfangen können, sondern auch direkt am Linuxrechner arbeiten können, so kann man diese Einstellungen übernehmen, weist noch ein Passwort zu und legt den Benutzer mit F4 an. Soll dieser Benutzer jedoch nur E-Mails empfangen und versenden können (ohne mit z.B: telnet direkt am Linuxrechner arbeiten zu können), dann sind 2 Einstellungen in der Maske zu verändern:

Home-Verzeichnis: /tmp
Login-Shell /bin/passwd

Einstellungen beim Mailclient

Um nun mit diesem Mailserver arbeiten zu können sind bei ihrem Mailclient (z.B: Netscape od. Pegasus Mail) folgende Einstellungen notwendig:

POP-Server:       mail.DOMÄNE.ac.at
SMTP-Server:    mail.DOMÄNE.ac.at
Username:(z.B)   kurt
Passwort:   ??????            

Falls es mit diesen Einstellungen bei ihrem System Probleme gibt, überprüfen sie auf ihrem Linuxrechner, ob im Verzeichnis /usr/sbin die Datei popper vorhanden ist. Dieses Programm ist verantwortlich für den POP3 Zugriff (Abholen von Mails) auf den Server. Falls dies nicht der Fall ist, muss es nachinstalliert werden.
Eine weitere Fehlerursache könnte sein, dass auf ihrem Linuxsystem INETD nicht automatisch gestartet wird. Dies kann über: 
yast -> Administration des Systems  -> Netzwerk konfigurieren -> Netzwerkdienste konfigurieren
nachträglich eingestellt werden.

Für eventuelle Rückfragen zu dieser Dokumentation: E-Mail mailto: Gerald Stachl
Homepage des BRG Wr. Neustadt


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Letzte Änderung am 04.04.2003