ARGE - NEWS

Nr. 10, September 1997

 

Die Zeitung für Lehrer

 

Die Version für das Internet

 

Wer die komplette Ausgabe als Zeitung, mit Layout haben möchte - jede HAK und HAS in NÖ. hat ab September diese aufliegen. Bitte um Nachfrage beim Direktor oder beim Kustos für`s BWZ.

 

Vorwort

 

Die Nummer 10, ein kleines Jubiläum also, erschien mir wichtig genug, um am Titelblatt der neuen Ausgabe der ARGE - News, keinerlei Foto oder eine Graphik aufscheinen zu lassen. Es war nämlich am 30.11.1993, also vor beinahe 4 Jahren, als die erste Ausgabe unserer kleinen "Zeitschrift" erschien. Ich habe mir die Nummer 1 nochmals angeschaut und konnte mit Freude wahrnehmen, daß diese erste Nummer in Inhalt und Substanz nicht mit den heutigen Ausgaben zu vergleichen ist. Viele verschiedene Autoren mit verschiedenen Inhalten tragen zur aktuellen Nummer bei, hoffentlich viele Leser in den Schulen interessieren sich für die ARGE - News.

 

Was fehlt mir nach wie vor? Die Rückmeldung von den Kolleginnen und Kollegen, vielleicht Kritik, vielleicht Anregungen in Form von Leserbriefen, Berichte von den Schulen, viel mehr Autoren mit noch vielfältigeren Beiträgen. Daher hier nochmals meine Bitte. Was immer sich in Sachen BWUP und ÜFA in den Schulen tut. Schickt mir einen kleinen Bericht, nur Text, oder besser mit Graphiken oder Fotos, ich verspreche die Veröffentlichung in der nächsten Ausgabe.

 

Jetzt aber endlich zum Inhalt der Nummer 10. Wie immer hoffentlich interessante Berichte von Multiplikatorenseminaren, dann der Hauptinhalt, eine sehr praxisnahe Anleitung zum Umgang mit dem neuen Programm ELDA zur Meldung von Dienstnehmern in der ÜFA an die ACT, verfaßt von Michael Hintermayer. Ein Bericht über eine knapp vor der Fertigstellung stehende Möglichkeit, Qualitätsmangement in der ÜFA zu betreiben, kommt hinzu. Was gibt es im Internet zum Thema ÜFA? Bereits ganz schön viel. Ein Bericht soll Euch einige Möglichkeiten zeigen, wo Informationen zu finden sind. Aktuelle ÜFA - Tips? "ÜFA - live" bringt sie! ÜFA`s an die Börse? Kollege Christian Spielauer war bei einem dementsprechenden Seminar dabei? Von der Neuausstattung der WINF - Räume berichtet Kollege Berthold und schließlich berichtet das immer aktive Tullner BWUP - Team über Erfahrungen im Projektunterricht und gibt Anregungen zum Thema Schnittstellen BWUP - Fremdsprachen.

 

Am Schluß noch zwei wichtige Hinweise bzw. Bitten. Bereits jetzt möchten wir darauf aufmerksam machen, daß die 3. Niederösterreichische Übungsfirmenmesse am 5. 11.1997 in Amstetten stattfinden wird. Wir ersuchen euch dringend, sofort nach Schulbeginn Überlegungen bezüglich der Teilnahme anzustellen, und, falls ihr eine hoffentlich positive Entscheidung trefft, euch so schnell wie möglich beim PI ( Mag. Heidemarie Matyas - Hauber ) anzumelden. Es erfolgt zwar selbstverständlich noch eine offizielle Ausschreibung, trotzdem wäre eine möglichst rasche Information über die zu erwartenden Teilnehmer von großem Interesse.

 

Der zweite Wunsch betrifft das, dieser Ausgabe beiliegende Formblatt. Um im kommenden Schuljahr eine möglichst intensive mündliche bzw. telefonische Kommunikation zwischen unseren ÜFA`s zu gewährleisten, ersuchen wir, eben dieses Formblatt so schnell wie möglich auszufüllen und rückzusenden. Selbstverständlich gibt es nach Einlangen aller Meldungen ein "Rundumfax" bzw. mail.

 

Was sonst als wiederum viel Spaß beim Lesen wünscht Euch

 

Anton Posch

BHAK - BHAS Neunkirchen

 

 

ELDA

A) Elektronischer Datenaustausch mit den Krankenkassen in der PRAXIS

Seit 1.1.1997 müssen die bis dahin händisch erstellten und per Post oder FAX an die jeweiligen Gebietskrankenkassen übermittelten Meldungen mittels elektronischer Datenfernübertragung durchgeführt werden. Dies bedeutet, daß

 

 

nur mehr mittels PC und Modem übermittelt werden dürfen. Die Vorteile dieses elektronischen Datenaustausches liegend auf der Hand:

 

 

 

Da solch ein Übertragungssystem nicht per Stichtag lückenlos von allen Betrieben genutzt werden kann, gibt es entsprechende Übergangsfristen bzw. Ausnahmebestimmungen. So zum Beispiel gelten Meldungen bis zum 30.6.1997 auch dann als ordnungsgemäß erstattet, wenn sie auf die herkömmliche Art und Weise erstellt werden.

 

Auch nach dem 30.6.1997 gelten obige (herkömmliche) Meldungen unter den folgenden Voraussetzungen als ordnungsgemäß erstattet.

 

1. Wenn die Meldung über Datenfernübertragung für die meldepflichtige Stelle unzumutbar ist oder

2. Wenn die Meldung durch einen nachweisbar unverschuldeten Ausfall eines wesentlichen Teils der
Datenfernübertragungseinrichtung technisch unmöglich war.

 

Unzumutbarkeit liegt insbesondere dann vor wenn die meldepflichtige Stelle

 

 

Für die Datenfernübertragung ist entweder ein Zusatzmodul zum Lohnverrechnungsprogramm oder die Anschaffung und Installation eines speziellen Datenfernübertragungsprogrammes erforderlich. Mittels dieses Programmes können die erforderlichen Formulare am Bildschirm aufgerufen, ausgefüllt und anschließend an die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse übertragen werden. Von dort, werden die nicht Oberösterreich betreffenden Daten an den Hauptverband der Sozialversicherungsträger nach Wien weitergeleitet, von wo sie ebenfalls elektronisch an die jeweilige Gebietskrankenkasse übertragen werden. Die Wartung der Programme erfolgt ONLINE, d.h. im Falle von Neuerungen im Übertragungsprogramm werden diese bei der nächsten Datenfernübertragung automatisch "online eingespielt".

 

B) Elektronischer Datenaustausch mit der (ACT) Krankenkasse

in den Übungsfirmen

 

Um obigen Neuerungen in der elektronischen Kommunikation zwischen den Betrieben und den Gebietskrankenkassen Rechnung zu tragen und um die betriebliche Praxis in den Übungsfirmen realitätsgetreu simulieren zu können, wurde von ACT (Austrian Center for Training Firms) die Entwicklung eines dem Leistungsumfang von ELDA entsprechend Programmes in Auftrag gegeben. Seit Anfang 1997 steht KKSPICO allen Übungsfirmen zur Verfügung. Dieses Programm kann über die Homepage von ACT via INTERNET "downgeloaded" werden.

 

Für die Übungsfirmen bestehen nun prinzipiell 2 Möglichkeiten, den Krankenkassen Datenaustausch mit ACT durchzuführen:

 

  1. Die einfachste aber auch eingeschränkte Möglichkeit ist der Aufruf der Email Formulare von der Homepage. Diese können am Bildschirm ausgefüllt und anschließend als Email an die ACT Krankenkasse gesendet werden. (Nachteil: Die Formulare müssen ONLINE (Telefonkosten!) erstellt werden, und die Daten dieser Email können danach nicht mehr direkt eingesehen werden.
  2. "Downloaden" von KKSPICO. (Krankenkassen Simulations Programm)

 

Nach dem "Download" muß die Datei KKSPICO.EXE (ca. 0,7 MB) entpackt und installiert werden. Für die Arbeit mit KKSPICO muß die Übungsfirma eine unbeschränkten Internetzugang haben. Die Übungsfirma Nature & Bike Sports konnte als 1. Österreichische Übungsfirma KKSPICO unter Windows 3.11 erfolgreich testen.

 

Installation:

 

KKSPICO erfordert folgende Voraussetzungen:

 

Ein Intel x86 kompatibler PC (mind. 386SX-16) mit 4 MB RAM und 5 MB Plattenspeicher

Eine Maus

Ein Windows 3.1 kompatibles Betriebssystem

Eine Bildschirmauflösung von mind. 640x480

Eine funktionierende TCT/IP Netzwerksoftware (unbeschränkter Internetzugang!)

Eine Netzverbindung an den Krankenkassen Server

Eine eindeutige IP - Adresse , wobei es egal ist, ob diese statisch oder dynamisch vergeben wird.

 

Es gibt grundsätzlich eine 16 bit Version (für Windows 3.1 bzw. Windows 3.11) und eine 32 bit Version (für Windows95 und Windows NT) welche in Kürze verfügbar sein soll.

 

Nach dem Entpacken von KKSPICO ("self extracting") und der Anpassung von Environment Variablen (lt. KKSPICO Manual) und der Behebung von etwaigen Fehlermeldungen, welche ebenfalls auf Grund des Manuals möglich ist, kann die eigentliche Arbeit mit dem Programm beginnen.

 

Für eine sinnvollen Betrieb mit der Krankenkasse müssen folgende Punkte durchgeführt werden.

 

  1. Der Dienstgeber muß ordnungsgemäß angemeldet werden.

    Über ein Formular am Bildschirm werden die Felder Name, Rechtsform, Betriebsart, Stadt, Straße, PLZ, Telefon, E-Mail Adresse, Datum und Paßwort abgefragt. Diese Daten werden ONLINE im ACT Server registriert und von diesem zugleich die Dienstgeber Kontonummer bei der ACT Krankenkasse übermittelt.
  2. Zumindest einen Dienstnehmer anmelden.

    Es wird eine nahezu dem Krankenkassenanmeldeformular identes Anmeldeformular am Bildschirm angezeigt. Nach Eintragung aller Daten und Eingabe des Übungsfirmenpaßwortes erfolgt der Leitungsaufbau zu ACT und anschließend die Fernübertragung zum ACT Server. (Selbstverständlich muß das Paßwort und auch die Systemzeit stimmen, da diese vom Programm her mit der Systemzeit am ACT Server verglichen wird. Toleranz ca. +/- 10 Minuten). Nach erfolgreicher Datenübertragung wird eine Bestätigung am Bildschirm angezeigt.

    Die Anmeldedaten der Mitarbeiter können später jederzeit von der ÜFA ONLINE am ACT Server eingesehen werden. Änderungen in der Gehaltshöhe (z.B. Kollektivvertragserhöhung) können ebenfalls ONLINE durchgeführt werden.

    Die Abmeldung von Dienstnehmern erfolgt prinzipiell in gleicher Weise wie die Anmeldung mit den entsprechenden Daten des Krankenkassenabmeldeformulares und dem Firmenpaßwort.
  3. Erstellung der Beitragsnachweisung.

    In das am Bildschirm angezeigt Formular der Beitragsnachweisung werden die SV Daten der monatlichen ÜFA Lohnverrechnung eingetragen. KKSPICO überprüft zunächst die rechnerische Richtigkeit der von Ihnen eingetragen Daten und anschließend bei der Datenübertragung die inhaltliche Richtigkeit Ihrer Daten. Falls inhaltliche Fehler vorliegen können die richtigen Werte mit Hilfe eines Lehrerpaßwortes eingeblendet, korrigiert und anschließend an den ACT Server übertragen werden.
    Die Beitragsnachweisung kann nur für das laufende Monat und bis zum 9. des Vormonats abgeschickt werden. Wenn innerhalb dieser Frist keine korrekte Beitragsnachweisung bei ACT einlangt, wird automatisch der Dienstgeber per E-Mail an das Versäumnis erinnert.
    Die Abrechnung für das aktuelle Monat erfolgt am 10. des nächsten Monats. Die Überweisung der SV Beiträge erfolgt wie bisher mit ELBA (Electronic Banking). Sind die Beträge nicht bis spätestens 11 Tage nach Monatsende bei der ACT Krankenkasse eingelangt, so wird dem Dienstgeber automatisch eine Mahnung per E-Mail zugeschickt.
  4.  

  5. Abfrage des Kontostandes.
  6.  

  7. Mit Hilfe eines eigenen Programmpunktes Abfrage des Kontostandes, kann jederzeit ONLINE in das Krankenkassenabgabenkonto Einsicht genommen werden. Nach anfänglichen Programm-fehlern von KKSPICO im Zusammenhang mit dem Senden der Beitragsnachweisung, dem automatischen Anlasten am Abgabenkonto und dem Einbuchen der Gutschrift der mit ELBA überwiesenen SV Beiträge konnten diese in gemeinsamer Zusammenarbeit mit ACT (Koll. Mag. Manfred Pötsch) im Mai 1997 erfolgreich bewältigt werden. (Schade, daß wir per Ende Mai die Mitarbeiter von Nature & Bike Sports) abmelden mußten und im Herbst mit Windows NT und der 32 Bit Version von KKSPICO neu starten müssen.

 

Ich wünsche allen ÜFA Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg bei der Arbeit mit KKSPICO!

 

Literaturangaben:

 

 

Michael Hintermayer

BHAK - BHAS Krems

 

 

Qualitätsmanagement für ÜFA`s nach TQM

 

Mit einer Einladung des PI - Steiermark bzw. der Uni Graz zu einer ersten Arbeitssitzung im Dezember 1996 begann eine recht aufwendige und intensive Arbeit an einer hoffentlich fundierten Unterlage in Sachen "Qualität in der ÜFA".

Vorerst noch einige allgemeine Erläuterungen zu dieser Arbeit.

Die Arbeitsgruppe besteht aus Kolleginnen und Kollegen aus Kärnten, Wien, Steiermark und Niederösterreich ( Heidi Matyas-Hauber, Renate Rode und ich) bzw. 2 Assistenten der Uni Graz, die die bei weitem meiste Arbeit leisten und für den universitären ( wissenschaftlichen ) Hintergrund sorgen. Nicht zu vergessen auch Hr. Ing. Stix , Geschäftsführer der TQM Business Systems Unternehmensberatung GmbH., der dieses System des Qualitätsmanagements in der Praxis schon bei vielen Betrieben eingesetzt hat, und in der Steiermark auch bei einigen Schulen am Qualitätsmangement mitarbeitet.

 

Worum geht es?

Um die Formulierung von Qualitätskriterien für Übungsfirmen, um Übungsfirmenleitern in Selbstevaluation zu ermöglichen, die Arbeit an ihrer ÜFA zu überprüfen . Um nichts sonst. Keineswegs soll eine Unterlage geschaffen werden, die es wem auch immer ermöglichen soll, von außen eine Übungsfirma zu messen, zu kontrollieren und die Arbeit der Übungsfirmenleitung zu beurteilen.

 

Was ist so neu daran?

Es gibt doch schon viele Ansätze und Unterlagen, um die Qualität in der ÜFA zu messen? Nun, meiner Meinung nach, wird mit diesem Modell erstmals der Versuch unternommen , ein wirklich geschlossenes System zu entwickeln, mit einem fundierten Überbau ( TQM ). Trotzdem hat jeder die Freiheit, auch seine eigenen Vorstellungen von Qualität unterzubringen.

 

Wann wird die Arbeit fertig?

Sehr wahrscheinlich Ende September 1997. Dann werden die Unterlagen präsentiert und interessierte Kolleginnen und Kollegen können versuchen, das System für sich anzuwenden.

 

Kurzerklärung des Modells

Das Modell TQM - EFQM ( Total Quality Management - European Foundation of Qualitiy Management ) , welches als Basis dient, ruht auf folgenden Säulen. Es gibt sogenannte Befähigerkriterien ( Führung, Mitarbeiterorientierung, Strategie und Planung, Ressourcen sowie Qualitätssysteme und Prozesse ) und Ergebniskriterien ( Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit, Einfluß auf die Gesellschaft , Ergebnisse )

Jedes Kriterium ist nun auf die eigene Unternehmung bezogen zu beschreiben, wieweit man es bereits gekommen ist, wo es Verbesserungbereiche gibt usw. Diese Bewertung ist im self - assessment vorzunehmen.

Aus den Ergebnissen der ersten Selbstbewertung sollte sich ein Regelkreis insofern entwickeln, daß diese der Ansatzpunkt für immer weitere Schleifen darstellt, wo man versucht, den in den jeweiligen Kriterien beschriebenen Zielen näherzukommen oder diese zu erreichen.

Soweit der Prozess und das System an sich. Natürlich war das größte Problem, dieses System, welches natürlich auf ein real existierendes Unternehmen zugeschnitten ist, auf unsere ÜFA zu transferieren. Viele Besonderheiten wie z.B. die Definition des Kunden oder die Berücksichtigung des "eigenen Lernortes" sowie den Einbau von "pädagogischen Zielen" gab es zu berücksichtigen.

 

Wie werden die Unterlagen aussehen?

Neben eine Präambel, welche hoffentlich alle Voraussetzungen beschreiben wird, die die Arbeit in einer Übungsfirma erst möglich machen, wird es 2 Bände geben. Band 1 soll das Kernstück je Kriterium bilden ( Formulierung des Kriteriums mit Unterpunkten, Aufstellung einer Generalthese zum Kriterium, sowie Formulierung der konkreten Anforderungen ). Band 2 wird die "Standardformulare" beinhalten, die in Selbstbewertung zu erstellen sind. Dies wird also jene Unterlage sein, mit der ganz konkret zu arbeiten sein wird.

 

Soweit eine erste Vorstellung. Das kommt Euch noch alles sehr schwammig und kompliziert vor? Kann ich Euch nachfühlen. Für alle Interessierten wird es im kommenden Schuljahr einen ARGE - Tag oder Ähnliches geben, um das Modell und die Arbeit damit wirklich nahezubringen.

 

Anton Posch

BHAK - BHAS Neunkirchen

 

 

Bundesseminar zum Projekt: "Trainingsfirmen gehen an die Wiener Börse"

 

Am 29. und 30. April 1997 nahm ich am oben genannten Seminar in Wien teil, das von Spezialisten aus der Praxis unterstützt wurde. Unter der Leitung von Mag. Christian Posad versuchten die Teilnehmer die Idee, Übungsfirmen an der Wiener Börse zu plazieren, auf ihre Realisierbarkeit hin zu überprüfen. Im Mittelpunkt standen Fragen, wie Gründung und Führung einer ÜFA als AG, eine weitere Form der Finanzierung für eine ÜFA als AG, Börsehandel in einer festgesetzten Woche im Monat über act, Publizierung der Kurse über die act home page.

Ein Problembereich, den wir in diesem Zusammenhang bearbeitet haben, war die "stimmige" Bilanz. Die Gruppe war sich einig, daß der ÜFA Markt keine realistischen Bilanzen für eine Aktiengesellschaft zuläßt. Um beispielsweise an der fit Börse zu notieren, sollte das Unternehmen ein Grundkapital von mind. 40 Millionen besitzen und einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Millionen aufweisen können. (der erste Wert im fit-Segment - Hirsch Servo AG - begibt 160.200 Stammaktien à Nominale 100!!!). Ein Lösungsansatz für dieses Problem geht in die Richtung, daß wir uns an den Branchenkennzahlen der Praxis orientieren (KGV, Dividenrendite) und versuchen, diese Ergebnisse auch in den Übungsfirmen, die in der Rechtsform einer AG geführt werden, zu erreichen.

Vor allem ist auch zu beachten, daß mit der Gründung/Umgründung einer ÜFA in eine AG aktienrechtliche Vorschriften verbunden sind, die auch für unsere Übungsfirmen AG relevant wären. Besonders möchte ich hier die Publizitätspflichten bzw. das Berichtswesen hervorheben. Dies hat zur Folge, daß die AG u. a. einen nach Aktienrecht "orientierten" Geschäftsbericht vorzulegen hat. Das allerdings setzt die Bereitschaft zur Publizität bei den Übungsfirmenleitern voraus.

Weiters ist zu berücksichtigen, daß in unserer Übungsfirmenwelt der Gewinn nicht zum Maß aller Dinge werden darf, da unser Lehrplan eindeutig die pädagogisch-didaktische Komponente betont. Die ÜFA ist ein Lernort, wo unsere Schüler an die Arbeiten der Praxis herangeführt werden sollen. Dieser Lernort muß es auch ermöglichen, Fehler machen zu dürfen und daraus zu lernen. Learning by doing und job rotation stehen im Vordergrund jeder Übungsfirmenarbeit.

Die Umwandlung einer bestehenden ÜFA in eine AG bietet sicherlich eine Reihe von methodisch-didaktischen Aufgaben und stellt eine sehr große Herausforderung für alle Beteiligten dar, ist jedoch immer im Kontext mit unserer pädagogisch-didaktischen Aufgabe zu sehen.

Bei diesem Bundesseminar wurde auch klar, daß über viele Bereiche noch einzeln, aber auch gemeinsam nachzudenken ist. Deshalb ist für Herbst 1997 ein Fortsetzungsseminar geplant.. Interessenten, die mit ihrer Übungsfirma an die Übungsfirmenbörse gehen wollen, sind dazu recht herzlich eingeladen. Bitte Ihr Interesse entweder bei Koll. Mag. Anton Posch (BHAK/BHAS Neunkirchen) oder bei Koll. Mag. Heidemarie Matyas-Hauber (HAK/HAS Tulln) zu Beginn des Schuljahres 97/98 bekanntzugeben.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Artikel einen Überblick über die Seminarinhalte gegeben zu haben, und stehe Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Mag. Christian Spielauer

HAK/HAS Tulln

Donaulände 64

3430 Tulln

Tel.: 02272/66651

Fax: 02272/666519

 

 

Schulen und Übungsfirmen im Internet

 

Man möchte meinen, daß sich da eventuell noch nicht viel gerührt hat, doch weit gefehlt. Als Anfänger bis mittelmäßig Fortgeschrittener bei der Anwendung dieses Mediums habe ich schon so einige interessante Adressen gefunden, die ich hiermit gerne weitergeben möchte. Ich hoffe, daß ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen diesen Artikel auch als kleine Aufforderung betrachtet, Internet - Adressen, die ihr kennt, in dieser Form weiterzugeben.

 

Doch jetzt konkret. Sucht man nach Informationen über Schulen im Allgemeinen, so ist man mit der Homepage von KEM (Kommunikationszentrum für elektronische Medien), bestens bedient. Von der Seite "Schulen online", von der man links zu den verschiedenen Schularten wählen kann, geht`s in sehr übersichtlicher Art und Weise weiter zu Homepages vieler österreichischer Schulen.

 

Die Adresse: http://www.kem.ac.at/welcome.html

 

Über KEM haben wir in Neunkirchen auch unseren Erstversuch an Internet - Seiten publiziert. Wie das geht? Relativ einfach. Aber davon etwas später.

 

Eine zweite Adresse mit Infos über Schulen aber auch Universitäten sei auch noch genannt.

 

Die Adresse: http://www.i-node.at/hopfi/school/

 

Auch hier findet man viele links zu allen möglichen Schulen und Unis, sofern man sich dort um die Einrichtung eines links bemüht hat. Wer konkret der Betreiber dieser Seiten ist, weiß ich bis dato leider nicht.

 

Doch jetzt zu den Übungsfirmen. Hier möchte ich ein klein wenig unterscheiden in Publikationen, die sich mit Übungsfirmen konkret befassen, d.h. Homepages von ÜFA`s, Dienstleitungsangebote usw. sowie Seiten mit wissenschaftlich - theoretischem Hintergrund, diese vorwiegend aus Deutschland.

 

Zu ÜFA`s allgemein möchte ich 3 Adressen nennen. Natürlich zuerst einmal die Homepage der ACT, interessant ist auch die Seite von Europen sowie jene des Übungsfirmenringes in Deutschland.

 

Adresse von act: http://www.telecom.at/act/

Adressse von Europen: http://www.bfz-essen.de/projekte/euro_d.htm

Adresse von ZÜF: http://www.bfz-essen.de/zuef/zuef.htm

 

Von dort gibt es jeweils viele links zu interessanten Seiten. Von der wissenschaftlichen Seite möchte ich die folgenden Publikationen nenne, die sich mit ÜFA bzw. handlungsorientiertem Unterricht befassen. Es sind derzeit ausschließlich Adressen aus Deutschland, wobei ich besonders die Arbeiten von Dr. Tade Tramm, einer internationalen Kapazität in Sachen Übungsfirmen empfehlen möchte.

 

Tade Tramm: http://www.wiso.gwdg.de/~ttramm/trammufa.html

Tade Tramm: http://www.wiso.gwdg.de/~ttramm/perspektiven.html

Preiss: http://www.wiso.uni-goettingen.de/~ppreiss/Lernbuero/IntNetLb.html

 

Literatur bzw. theoretischen Hintergrund gibt es auch auf 2 Homepages österreichischer Universitäten, die sich schon länger mit Übungsfirmenarbeit befassen und dies auch im Internet kundtun. Es sind dies die Institute für Wirtschaftspädagogik in Linz und in Graz mit eigenen Homepages für ihre ÜFA`s und ( besonders Graz ) auch mit einer sehr reichhaltigen Literaturliste.

 

Linz: http://www.wipaed.uni-linz.ac.at/iluistra/lui.htm

Graz - Wipäd: http://www.kfunigraz.ac.at/wipwww/

Graz - ÜFA: http://bkfug.kfunigraz.ac.at/~uefagraz/

 

Was aber gibt es in Niederösterreich? Ich habe vier Schulen bzw. deren dortige Übungsfirmen gefunden. Falls ich eine oder mehrere Schulen übersehen bzw. eben nicht gefunden habe, bitte rührt euch, laßt es uns wissen, wo man eure Homepage findet.

 

Gänserndorf: http://www.kem.ac.at/gaensern/gaensern.htm

Waidhofen/Thaya: http://www.kem.ac.at/bhakwaid/bhakwth.htm

Waidhofen/Thaya - ÜFA`s : http://www.kem.ac.at/bhakwaid/uebfirm.htm

Laa/Thaya: - ÜFA ( MMSC ): http://msc.nanet.at/MMSC/

Neunkirchen: http://www.kem.ac.at/haknk/haknkhome.html

Neunkirchen - Elequ: http://www.kem.ac.at/haknk/Üfa/ELEQU/elequhome.html

Neunkirchen - Herbie: http://www.kem.ac.at/haknk/Üfa/HERBIE/herbiehome.htm

 

So, ich denke, das reicht erst einmal, um Internetsurfer einige Tage oder Nächte zu beschäftigen. Zum Schluß aber noch kurz zur Frage, wie kommt man ins Internet? Ich möchte die Art und Weise beschreiben, wie wir in Neunkirchen ( Kollege Herbert Piribauer und ich bzw. einige unserer ÜFA - Mitarbeiter ) das gemacht haben.

 

  1. Produziere deine Homepage und weitere Internetseiten!
  2.  

    Geht ganz leicht mit dem neuen Word 97. - Das Programm hat ein eigenes Modul mit dem man HTML - Format = Internetformat, genauso schreiben kann wie Word - Dokumente. Wie man z.B. Grafiken einbindet oder links erzeugt, muß man sich ein wenig anschauen, ist aber nicht schwierig. Es gibt aber bereits viele weitere Internet - Tools, die das Erstellen von solchen Seiten erleichtern. Sehr professionelle Seiten sollen z.B. mit dem neuen "Front Page" von Microsoft zu erstellen sein. Schon hat man seine Seiten ( unsere sind zugegebenermaßen noch relativ simpel und nicht sehr professionell, aber es gibt uns erst einmal im www ) und geht zu Schritt 2.

     

  3. Suche dir einen Provider, der die Seiten veröffentlicht!
  4.  

    Entweder ein örtlicher Provider, oder z.B. KEM. Schaut euch die Internetseite der KEM an, dort gibt es einen link zu einer weiteren Seite die euch die Vorgangsweise schildert. Wer`s konventionell möchte!

    Nehmt Kontakt auf mit KEM - Frau Langwieser ( Feldmühlgasse 11, 1130 Wien, Tel. 01/8767680 ) , sie erklärt euch alles. Kleine, aber wichtige Anmerkung, KEM publiziert kostenlos!!!

     

  5. Übersende deine Dateien, mache bekannt, daß du online bist und es geht los!

 

Ist doch ganz leicht, oder? Viel Spaß beim Surfen oder beim Erstellen eigener Seiten wünscht euch

 

Anton Posch

BHAK - BHAS Neunkirchen

 

 

ÜFA - Trainer Bundesseminar April 1997. Ein Seminarbericht

 

Dieses in gewisser Weise schon traditionelle Bundesseminar fand heuer in Bad Tatzmannsdorf, unter Beteiligung von Kolleginnen und Kollegen aus allen Bundesländern statt. Unserer Seminarleiterin Mag. Renate Gmoser vom PI Steiermark war es gelungen, für diese Veranstaltung den von mir schon in meinem Internet - Artikel erwähnten Prof. Tade Tramm zu verpflichten. Dr. Tramm, um ihn kurz vorzustellen, erlangte seinen Ruf als internationale Kapazität in Sachen Übungsfirma bzw. handlungsorientiertem Unterricht als Universitätsassisten in Göttingen, und wird ( soweit ich gehört habe ), nun eine Professur in Sachen Wirtschaftspädagogik in Hamburg erhalten. Er begleitete uns als Moderator, als Gruppenmitarbeiter, aber auch als kritischer und interessierter Zuhörer über diese Seminarwoche. Neben vielen fachlichen Hinweisen zu unserem diesmaligen Hauptthema ( davon etwas später ) möchte ich ganz besonders seine Meinung über den Stand der Übungsfirmenarbeit bei uns in Österreich nicht unerwähnt lassen. Er war nämlich doch einigermaßen überrascht, wie gut wir mit der Arbeit bereits vorangekommen sind, wie tief bei uns in Österreich bereits in die Materie eingedrungen worden ist. Er ortet bei uns eine weit intensivere Beschäftigung mit Übungsfirmenarbeit als in Deutschland, wo seiner Meinung nach die Sache etwas stagniere. Ein Kompliment, welches ich hiermit an euch alle weitergeben möchte.

 

Nun zu unserem Hauptthema. Die Problematik, der wir uns diesmal nähern wollten war die Frage "Wie mache ich die Übungsfirmenarbeit einfach stimmiger, noch realitätsnäher?" Wir versuchten die Problemfelder zu identifizieren, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Ergebnisse, die uns allen hoffentlich als Anregung für das neue Schuljahr dienen können, nachstehend.

 

Problemfelder der ÜFA - Arbeit

Eigenheiten und Lösungsvorschläge bzw. Ansätze zur Verbesserung

Personaleinkauf bzw. teilweises Überhand-nehmen desselben.

Eigenheiten

  • Für internen und externen Belegfluß notwendig
  • Sichert Überleben vieler anderer ÜFA`s
  • Sichert Rückfluß der Gehälter
  • Letztverbraucher als Kundengruppe
  • Schüler ( Mitarbeiter ) bestellt nicht nach wirtschaftlichen Kriterien
  • ÜFA - Leiter steuert Personaleinkäufe
Vorschläge
  • Reduktion des Personaleinkaufes, mehr betriebliche Einkäufe bzw. tatsächliches Ausüben typischer betrieblicher Tätigkeiten.
  • Zu diesem Zweck Erstellen einer Checklist für betriebliche Einkäufe und Tätigkeiten ( Vorschlag unten )
    ü Kauf von AV ( lt. Echtinventur ) wie z.B. Büromöbel, EDV -

Ausstattung, FAX, Kopierer, KFZ,...

ü Laufende Aufwendungen wie z.B. Benzin, Dekoration, Transport,

Reinigung, Werbung, Büromaterial ( Papier, Toner, Tintenpa-

tronen,...), Instandhaltungen, Telefon, Versicherungen Semi-

naraufenthalte, usw.

ü Mögliche weitere Geschäftsfälle wie Schadensmeldungen,

Mängelrügen, Prolongationsansuchen, spezielle Anfragen,

Lieferverzug, Kunden - Bedarfserhebung usw....

  • Betriebliche Einkäufe nach wirtschaftlichen Kriterien organisieren ( Kalkulation, Angebotsvergleich
  • Finden eines praxisgerechteren Modells für Personaleinkauf ( z.B. über einen Betriebsrat )
  • Keinerlei regionale Einschränkungen für Einkäufe jeder Art

Fiktive Lieferanten

Eigenheiten

 

  • Keine Großhändler bzw. Produzenten am Markt
  • Daher Problematik der Handelsspannen gegeben
  • Daher manipulierter Wareneinkauf sowie manipulierte Bezugskalkulation,
  • Zusammenarbeit mit Partnerfirmen möglich bzw. erwünscht ?
  • Führt zu Entzug von wesentlicher Kaufkraft und Geschäftstätigkeit am ÜFA - Markt.

Vorschläge

 

  • Systematische Beschaffungsmarktforschung
  • Lenkung neu zu gründender ÜFA`s in Richtung Großhandel bzw. Produktion
  • Bestehende ÜFA`s bieten sich für eine oder einige andere ÜFA`s für bestimmte Sortimente als Großhändler an.
  • Rahmenverträge
  • Bereitschaft zu Wiederverkäuferrabatten nach Verhandlungen
  • Generalkäufer bzw. Generalverkäufer durch z.B. ACT oder einige "Spezial - ÜFA`s" im jeweiligen Bundesland

 

Nicht - Rückfluß der Ab-gaben und Steuern von ACT

Eigenheiten

 

  • Große fiktive Geldsummen aus Steuern und Personalabgaben gehen der ÜFA -Landschaft verloren, sie verschwinden auf Konten der ACT.

Vorschläge

 

  • ACT muß für deren Rückfluß sorgen. Z.B. durch Einrichtung einer Stelle für zentralen Einkauf von allen ÜFA`s.

 

Löhne und Gehälter bzw. deren teilweiser Nicht - Rückfluß in die ÜFA - Landschaft.

Eigenheiten

 

  • Relation der Schüler (Mitarbeiter) - zahl zu tatsächlich angemeldeten Mitarbeitern bzw. ausbezahlten Gehältern und Löhnen
  • Kostenfaktor Gehälter den Umsätzen der ÜFA entsprechend?
  • Lagerkräfte vorhanden - Löhne ausbezahlt?

Vorschläge

 

  • Jedenfalls Löhne und Gehälter auszahlen.
  • Für Rückfluß der Liquidität in die ÜFA - Landschaft sorgen durch z.B. Personaleinkäufe

Mängel in der Ver-knüpfung zwischen ÜFA -Arbeit und BWUP sowie anderen Unterrichtsge-genständen

Eigenheiten

 

  • Tätigkeiten und Ergebnisse der ÜFA - Arbeit werden nach wie vor zu wenig in den anderen Unterrichtsgegenständen umgesetzt bzw. verwendet.
  • Vorbereitung für ÜFA - Arbeit nach wie vor zu wenig koordiniert.

Vorschläge

 

  • Zusammenführung im BWUP - Unterricht.
  • Eingangsvoraussetzungen - Checklist.
  • Koordination mit Kollegen.
  • Gründung von eigenen Lehrerteams.
  • Jour - fix der Klassenlehrer.
  • Nachnutzungsmöglichkeit der ÜFA - Arbeit als Teil der Diplom- und Reifeprügung erkennen.

ACT bzw. Selbstver-ständnis und Dienstleis-tungsangebot von ACT

Eigenheiten

 

  • Selbstverständnis von ACT und Erwartungshaltung der ÜFA - Leiter an ACT klaffen nach wie vor auseinander.
  • ÜFA - Leiter sind fast ausschließlich an Service - Diensten der ACT für die laufende ÜFA - Arbeit interessiert.
  • ACT hat so manche Probleme durch unpünktliches oder unzuverlässiges Abliefern von Daten und Informationen durch die ÜFA - Leiter.

Vorschläge

 

  • Ersuchen an ACT, noch stärker und vermehrt sich auf das Funktionieren der Service - Dienst zu konzentrieren. ( Bank, GKK, usw. aber auch als Einkäufer - siehe oben ).
  • Mehr Selbstdisziplin der ÜFA - Leiter beim Erstellen und Ausfüllen von Formularen bezüglich Informationen für die ACT.

Transportproblematik

Eigenheiten

 

  • Transport bzw. Versand der Waren wird in der ÜFA - Arbeit nicht bzw. zu wenig wahrgenommen.
  • Kostenfaktor Transport fehlt.

Vorschläge

 

  • Tätigkeit "Transport" in der ÜFA - Arbeit vermehrt wahrnehmen.
  • Speditionen ( sind am ÜFA - Markt vorhanden ) beauftragen.
  • Post- bzw. Bahnversand simulieren.

 

 

Das alles stellt, wie euch sicher klar ist, nur die wichtigsten Ergebnisse der Seminarwoche dar. Für weitere Anregungen von eurer Seite wäre ich dankbar. Hoffentlich könnt ihr einige der obenstehenden Anregungen in der ÜFA - Arbeit im kommenden Schuljahr gebrauchen bzw. berücksichtigen. Viel Spaß dabei wünscht euch

 

Anton Posch

BHAK - BHAS Neunkirchen

 

 

ÜFA-LIVE

 

Von Mag. Renate Rode, HAK - HAS Mödling

 

Liebe ÜFA - Leiterinnen und ÜFA - Leiter !!

 

Ich hoffe, Ihr hattet erholsame Ferien und konntet für das kommende ÜFA - Jahr viel Kraft und Energie tanken.

Ich habe mir für dieses ÜFA - Jahr vorgenommen, gewisse "Schwachpunkte" in meiner ÜFA zu beheben oder zumindest zu verbessern; wie z.B. meine Abwicklung der GKK (Siehe Artikel vom Kollegen Hintermayer in dieser Ausgabe!!), mein Mahnwesen, meine "Akte X" = Steuerabwicklung oder meine Jahresbilanz.

.... ganz schön viel !!! .... ich könnte Eure Hilfe sehr gut gebrauchen; daher schlage ich vor, daß wir gemeinsam ein Thema nach dem anderen besprechen. Da die Gebietskrankenkasse in dieser Ausgabe schon besprochen wird, stürzen wir uns gleich auf den nächsten "Brocken" - das Mahnwesen!

Meine Kunden - ich muß es leider sagen - sind schlechte Zahler, mein ÜFA - Geschäftskonto schaut daher oft sehr "traurig" aus. Die Mitarbeiter der Buchhaltungsabteilung bemühen sich redlich, aber die Mahnungen nach der Offenen - Posten - Liste durchzuführen, scheitert meistens daran, daß

 

* Rechnungen - mit dem falschen Betrag eingebucht wurden oder

- mit der falschen Buchungsart B statt DF gebucht werden und somit in der

Offenen - Posten - Liste nicht erfaßt wurden.

 

* Zahlungen - zu spät - nicht "in time" - ausgebucht werden oder

- mit der falschen Buchungsart B statt DZ gebucht werden und somit die

Rechnung in der Offenen - Posten - Liste offen bleibt.

 

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, daß - zumindestens bei den Handelsschülern (bei HAK - Schülern fehlen mir noch die Erfahrungswerte) - die Offenen - Posten - Liste allein zu abstrakt für das Verständnis des Schülers ist - "die Buchhaltung - unsere Blackbox" . Daher habe ich versucht durch ein Hängeregister, geordnet nach Kunden (d.h. pro Kunde eine Mappe mit allen offenen Rechnungen und Kopien der Mahnungen), mit "Reitern" z.B. grüne Reiter=1.Mahnung wurde abgeschickt, blaue Reiter = 2. Mahnung wurde abgeschickt usw., unser ÜFA - Mahnwesen zu verbessern. Die Schüler arbeiten gerne mit diesem Register, unser Mahnwesen wird dadurch für sie viel konkreter.

Jede Woche werden die Kundenmappen durchgearbeitet; bezahlte Rechnungen (lt. Kontoauszug) werden herausgenommen und abgelegt und die notwendigen Mahnungen werden geschrieben und die Kopie der Kundenmappe beigelegt.

Durch die Einführung dieses Mahnwesens hat sich die Zahlungsmoral der Kunden wesentlich verbessert und unser Geschäftskonto befindet sich zumindest zeitweise im Plusbereich.

 

Vielleicht kann der ein oder andere diese Idee in seiner ÜFA verwenden oder verbessern ( genauere Auskünfte gibt es bei mir!) oder Ihr habt eine bessere Lösung des Mahnproblems - Bitte schreibt, faxt oder schickt ein E-mail, damit ich Eure Vorschläge in der nächsten Ausgabe veröffentlichen kann !!!

 

Einen schönen Schulanfang und ein erfolgreiches ÜFA - Jahr wünscht Euch

 

Eure Renate

 

 

Wirtschaftsinformatik - Neuausstattung

 

Von Mag. Johannes Berthold - BHAK - BHAS Mistelbach

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Wie sicher bereits allseits bekannt ist, steht an unseren Schulen mit Herbst 1997 eine Neuausstattung unserer EDV - Hardware ins Haus. Ich möchte Euch mit dem folgenden Artikel einen kleinen Überblick über dieses umfangreiche Projekt geben.

 

Vorbemerkung:

Die Ausstattung in den EDV-Räumen wurde bisher immer zentral durch das BMUK ausgeschrieben und den Bundesschulen zugeteilt. Seit einem Jahr werden die Ausschreibungen von den Bundesländern (Landesschulräten) abgewickelt, die ersten Länder waren Oberösterreich und Steiermark.

 

Für Niederösterreich und Wien wurde eine gemeinsame Vorgangsweise vereinbart, da sich dadurch viele Vorteile (gemeinsamer Ausschreibungstext, größere Mengen, gemeinsames Schulungskonzept, ........) ergeben. Weiters wird schon im Hinblick auf eine zukünftige Internetnutzung ein personifiziertes Netz eingeführt, um eine lückenlose Kontrolle der Benutzung des Schulnetzes zu gewährleisten. Das erfordert natürlich einen erheblichen Mehraufwand in der Organisation und im Schulungsbereich.

 

Chronologischer Ablauf (ab 2.12.96):

 

Parallel dazu wurden die notwendigen Verkabelungsarbeiten an den Schulen in Auftrag gegeben und durchgeführt.

 

 

 

Hardware:

 

Lieferung durch die Firma CCW Computer Center Wien, Wr. Neudorf

 

Workstation:

Modell CCW Condor 7

Prozessor Intel Pentium 133 Mhz PCI/ISA - 133

RAM 32 MB

Grafik: ATI / V-26VT 2 MB Mach 64

Festplatte: 1,2 GB Western Digital

CD-ROM: Mitsumi Fx-800

Soundkarte: Creative Labs 16 VE PnP

Netzwerkkarte: D-Link / DFE-500 Tx

 

Bildschirm: Philips 105S, 1024x768 / 85 Hz

Preis: 15.230,00

 

Server:

Modell CCW Condor 10 S -2

Prozessor Intel Pentium 200 Mhz PCI/ISA - 200

RAM 64 MB

Festplatte: 8 GB (4 GB) FUIJTSU M2949

sonst wie oben

Preis: 49.800,00

 

zusätzlich:

USV Notstromversorgung,Bandsicherung,

Switch (für die Verteilung und für die Erhöhung der Netzwerkgeschwindigkeit)

Hub (für die Verteilung des Netzwerkes)

 

Drucker: HP Laserjet 6P

 

Die Bestellung der tatsächlichen Geräte im Rahmen der Budgetgrenzen erfolgte durch die Direktionen über den LSR/SSR.

 

Software (durch CCW vorinstalliert):

 

Betriebssystem: Windows NT 4.0 Workstation / Server

Unterricht: Office Pro 97

WINLine 5.5 bzw. 6.0 (KORE)

 

Schulungen:

Kustoden: 3 x 4 Tage

Teil 1: Einführung Windows NT, Server, Workstation, Netzwerkgrundlagen, Benutzermanager, Mailing, Drucken im Netz, Datensicherung, Netzwerkabnahme)
Teil 2: Aufsetzen Server, Workstation, Installation von Programmen, Updates (zB WINLine), Benutzerverwaltung, etc......)
Teil 3: Problemlösungen, Fehlerdiagnose, Einbindung BWZ, Verwaltung

 

Lehrer: alle, die WINF, CTV, CRW, CONJ, MIGT, WINO unterrichten
Anmeldung im Netz, Arbeiten im Netz, Drucken im Netz, Verhalten bei Fehlern;
Office Pro 97 - Kurzeinstieg;
im Rahmen von SCHILF - Seminaren (hohe Teilnehmerzahl!)
einschlägige Seminare - siehe PI-Veranstaltungen

 

Schlußbemerkung:

Eine Einbindung der Verwaltung und des BWZ wird erst dann notwendig, wenn ein Internetzugang über Standleitung gegeben ist. Organisatorisch ist das Einbinden bereits jetzt vorbereitet. Ich hoffe, hiermit einen ersten kurzen Überblick über die ab September zu erwartenden Neuerungen gegeben zu habe.

 

Mag. Johannes Berthold

 

 

Resumee nach einem Jahr Projektmanagementunterricht

 

Von Brigitta Brennenstuhl & Heidemarie Matyas-Hauber ,

HAK und HAS Tulln,(Tel: 02272/66651; Fax: 02272/666519)

 

Mit dem Schuljahr 1996/97 wurde erstmals an allen Handelsakademien Projektmanagement in der III. HAK im Gegenstand BWUP unterrichtet und somit erste Erfahrungen gesammelt.

Das erste Unterrichtsjahr mit Projektmanagement hat uns gezeigt, daß unsere Schüler viele verschiedene Bilder und Vorstellungen mit Projekten und Projektarbeiten verbinden. Diese Begriffsverwirrung bedarf einer eindeutigen Abgrenzung und klaren Definition im Hinblick auf das Projektmanagement.

 

Ziel der Ausbildung in der III. HAK ist die Vermittlung der Techniken und Instrumente des Projektmanagements und nicht die reine Abwicklung eines Projektes. Die Schüler sollen befähigt werden, nicht nur ihr Projekt in der V. HAK nach Projektmanagementmethoden abzuwickeln, sondern als Mitglied einer Projektgruppe eine zusätzliche fachliche Kompetenz für die weitere Berufslaufbahn erwerben. Der bundesweite Erfahrungsaustausch über das Projektmanagement im Frühjahr 1997 ergab, daß daher der Projektmanagementunterricht im III. Jahrgang folgende wesentliche Inhalte aufweisen sollte:

 

Projektkultur (Ziel)

Kontextanalyse - Projektabgrenzung (zeitlich, sachlich, sozial)

Projektauftrag

Projektstrukturplan

Terminplanung

Definition von Arbeitspaketen

Kosten/Budgetplanung

Projektorganisation

Kommunikation

Administration

Dokumentation

 

Diese theoretischen Inhalte sollten an Hand eines pädagogischen Projektes unter Berücksichtigung der Planungs-, Durchführungs- und Abschlußphase angewendet werden.

 

Auch erfahrene Projektmanager bestätigen, daß die EDV - Unterstützung natürlich notwendig, aber immer als zeitgemäßes Hilfsinstrument in der Umsetzung der Inhalte zu sehen ist.

 

Auf Wunsch vieler Kollegen, die bereits im Vorjahr im Projektmanagement ausgebildet wurde, findet in diesem Schuljahr ein Seminar zum Thema "Fragebogen" statt. Für Newcomer ist ein zweiteiliges Seminar zum Thema "Projektmanagement" geplant. Für jene Lehrer, die Projekte in Zukunft im V. Jahrgang bzw. in der 3.Klasse betreuen, ein 1,5 Tage Seminar geplant und auf Grund diverser Anfragen von Kollegen unterschiedlichster Fächergruppen, die die Projektmethode im Unterricht einsetzen wollen, wird ein eintägiges Seminar angeboten. Wir bitten Euch, die näheren Informationen dem PI-Folder über die Fortbildungsangebote 1997/98 zu entnehmen. Interessierte Kollegen bitten wir, die Ausschreibungen zu beachten.

 

Im Herbst 1997 werden viele Kollegen ins Projektmanagement einsteigen, da es gleichzeitig bereits eine Reihe von "PM - Profis" gibt, wäre es doch schön, die eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Wir bitten Euch, uns Eure Berichte/Anregungen zu schicken. Für die Koordination und Weitergabe (News, ...) wird gesorgt.

 

Wir freuen uns auf Eure Beiträge und auf ein Wiedersehen bei einem der nächsten Seminare.

 

Brigitta Brennenstuhl & Heidemarie Matyas-Hauber ,

 

 

Mögliche Anregungen für Schnittstellen BWUP - Fremdsprachen

 

Vom ÜFA - Team HAK - HAS Tulln

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Die Chancen, fächerübergreifend zu arbeiten, sind sicherlich vielfältig. Gemeinsam haben wir in verschiedenen Gesprächen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Fremdsprachenkollegen gesucht und möchten Euch in der Folge unsere Anregungen aufzeigen. Vielleicht ist auch eine Idee für Euch dabei:

 

Was?

 

Jg/Kl Lehrplan Anregungen/Beispiele
I/1 Betriebl. Kommunikation Begrüßung (Reception)
    persönl. Gespräch
    Telefonat
    schriftl. Gesprächsnotiz
  Exzerpieren und Strukturieren von Texten mit BWL-Inhalten Zeitungsartikel
     
II/III/2 Betriebl. Kommunikation Begrüßung (Reception)
    persönl. Gespräch
    Telefonat
    schriftl. Gesprächsnotiz
    Verkaufsgespräche
    Messesituationen
  praktische Geschäftsfälle laufender Schriftverkehr, Werbeflugblatt
  Präsentationstechniken Vorstellung der Schuhschachtelfirmen
  Projekte Sprachwochen mit Betriebsbesichtigungen
     
IV/3 Betriebl. Kommunikation Messe
    Bewerbung (Mappe, Vorstellungsgespräch)
    Beschreibung d. einzelnen Abteilungen
  praktische Geschäftsfälle laufender Schriftverkehr, Inserate
    Prospektmaterial, Katalog

 

 

Wie?

 

 

Liebe Grüße von der Tullner ÜFA-Crew

 

Brigitta Brennenstuhl, Heidemarie Matyas-Hauber, Mag. Christian Spielauer, Mag. Marion Svoboda

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